MATZES DRIVING DRUMSCHOOL
Die Private Mobile Schule für Drums und Percussion  

Geschichte des Schlagzeugs


Die ersten Spuren von Becken und Trommeln reichen bis ins 7.Jahrhundert v. Christus zurück. Dort konnte man auf Skulpturen und Gemälden Bilder von Trommeln und Becken erkennen oder auf alten Gräbern von Römern oder Ägyptern.

Dies bedeutet, dass das Schlagzeug mit zu den ältesten Instrumenten der Weltgeschichte gehört.


Galeeren

Trommeln wurden auch auf Sklavenschiffen (Galeeren) verwendet, damit die Sklaven alle im gleichen Tempo ruderten. Sollte das Schiff dann schneller fahren, wurde schneller getrommelt. Was für die Sklaven eine immense Kraftanstrengung durch die schweren Ruder bedeutete, zumal die Ernährung sehr zu wünschen übrig lies. Viele starben währenddessen. 

Böse Geister

Trommeln sind in jeder Kultur auf der Welt zu finden. Becken und Trommeln wurden z.B. aus alten Gräbern der Griechen ausgegraben, diese glaubten damit böse Geister fernzuhalten was im übrigen auch im afrikanischen Sektor der Fall war. Sie wurden für viele Zwecke eingesetzt. Z.B. zur musikalischen Untermalung oder zu Tänzen. Viele Völker benutzten Trommeln und Becken um den Feind zu erschrecken.

Trommel im Militär

Später wurden die Trommeln und Becken für militärische Zwecke eingesetzt. So konnten Soldaten miteinander  kommunizieren oder Befehle senden und sich gegenseitig vor herannahenden Feinden warnen. Die Verwendung der Instrumente wurde erst unter der Herrschaft von Napoleon komplett etabliert. Er setzte die Trommeln zur Befehlsweitergabe und ganz besonders bei seinen extremen Gewaltmärschen der Soldaten zum Kriegsort ein. 

Durch verschiedene Trommelrhythmen wurde die Aufmerksamkeit der Soldaten geweckt, damit diese nicht einschliefen und Abwechslung beim Marschieren hatten. Diese Rhythmen werden heute noch angewandt und werden als Feldschritt bezeichnet.   


© 2021 Das Schlagzeug im Wandel der Zeit. (Video anklicken)


Weiterentwicklung des Schlagzeugs

Einer der wichtigsten Ausgangspunkte in der Schlagzeug-Geschichte ist die Stadt New Orleans in der auch der Jazz entstand. Sie wurde um 1718 durch die Franzosen gegründet. New Orleans wurde dann um 1800 an die Spanier abgetreten. Diese gaben es später durch wirken Napoleons um 1803 an die Franzosen zurück, welche es dann an die USA verkauften. New Orleans wurde nicht nur durch die Franzosen oder Spanier geprägt , sondern auch durch die Sklaven welche Anhänger des Vodoo-Kultes waren. Mit ihren Stämmen zelebrierten sie Musik. Ihre Musik hatte erheblichen Einfluss auf die neue musikalische Entwicklung.

Sessionskrieg USA

Im Bürgerkrieg in Nordamerika (1861 - 1865) war die kleine Trommel (Snaredrum) ein wichtiges Befehlsinstrument. Soldaten welche die Aufgabe hatten Befehle im Gefecht zu trommeln, wurden in den Unteroffizier-Dienstgrad erhoben. 

Zweck des Unterfangens war, die Trommler wurden meistens vom Feind zuerst eliminiert, dadurch wurde die Befehlsweitergabe unterbrochen, weiterhin um die Familien welche ohnehin schon finanziell geschädigt waren durch den Dienstgrad (Corporal oder Sergeant) welcher höher bezahlt wurde als ein normaler Soldat bei Tod des Soldaten finanziell abzusichern. 

Nach dem Krieg gab es viele verarmte Militärmusiker welche ihre Instrumente in Pfandleihen versetzten um Leben zu können. Das war ein Vorteil für die schwarzen Musiker welche dadurch günstiger an Instrumente kamen. Das spielen brachten sie sich dann selbst bei. So entstanden im Laufe der Zeit viele Kapellen welche zu verschiedenen Anlässen spielten (Konzerte, Beerdigungen usw.).

Kapellen und Bands:

Diese Bands oder Kapellen bestanden aus Blasinstrumenten, Saiteninstrumenten und 3 Schlagzeugern auf denen die Instrumente große Trommel (Bass Drum), kleine Trommel (Snare Drum) und Handbecken (Cymbals) verteilt wurden. 

Hierbei entstand auch der "Traditional Grip", da die Snare Drum beim Marschieren nach rechts abkippte und somit besser zu spielen war.

Als die Bands anfingen ca. im 19. Jahrhundert vermehrt auf Tanzveranstaltungen oder Konzerten zu spielen änderte sich zwangsläufig die Aufteilung der Schlaginstrumente auf die Schlagzeuger. Auf Grund von Platzmangel in den Gaststätten und der Kostenersparnis, beschränkte man sich auf einen Schlagzeuger. Dieses zwang den Drummer dazu seinen Erfindungsgeist herauszufordern.

Die Snare Drum wurde auf eine Art Ständer positioniert und die Bass Drum stand auf dem Boden. Die Becken wurden auf der großen Trommel mit einer Aufhängung befestigt. Das Zusammenspiel aller Instrumente machte eine gute Koordination erforderlich. Das erste Bass Drumpedal wurde aus einer Mausefalle hergestellt welche mit großem Technikverstand umgebaut wurde so dass man die große Trommel mit dem Fuss spielen konnte.

Das gleiche war auch bei den aufeinanderliegenden Becken (HiHat) damals Charleston Maschine der Fall welche später um 1920 erfunden wurde. Alles zusammen setzte dieses eine große Koordinationsgabe des Drummers voraus. 

Erstes Bass Drum Pedal:

Im Jahr 1909 erfand William F. Ludwig das erste Bass Drumpedal welches dem Drummer das spielen erleichtete. Hinzu kam das die Trommelfelle aus Tierhäuten bestanden welches für den Drummer einen großen Kraftaufwand z.B. beim Wirbel oder Rebound (zurückprallen des Stockes vom Fell) bedeutete. 

Klang der Trommeln:

Auch klanglich waren die Trommeln nicht so vielfältig sie hörten sich alle ziemlich gleich an. Mit der Zeit versuchten die Drummer mehr Effekte einzubauen. Cowbell oder verschiedene Woodblocks wurden eingesetzt. Und auch bei den Trommeln versuchte man eine Klangvielfalt zu erreichen. Dadurch entstanden verschiedene Größen der Trommelkessel und auch die Trommelfelle änderten ihre Beschaffenheit. 

Es entstanden stimmbare Kessel und die Beckenvielfalt entwickelte sich auch zunehmend. Der moderne Schlagzeuger war geboren. 

1940 fand ein heftiger Umschwung statt. Der Drummer etablierte sich immer mehr und spielte wesentlich akzentuierter und unterstützender bezüglich der Band. Er solierte trieb die Band nach vorne und wurde zu festen Bestandteil in der Musikszene. in den 50er Jahren ersetzten synthetische Felle die Tierhäute welche auch dann stimmbar waren. Nachteil, wurden sie nass klangen sie tiefer und mussten nachgestimmt werden. In den 40er Jahren begannen die Hersteller von Musikinstrumenten komplette Drum-Sets herzustellen welche den heutigen sehr ähnlich waren.

Ab den 60er Jahren entwickelte sich das Schlagzeug zusehends schneller. Durch Schlagzeuger wie John Bonham (Led Zeppelin) oder Keith Moon (The Who) wurde das Schlagzeugspiel kraftvoller und heftiger. Auch die Koordination in Bezug auf die verschiedenen Instrumente entwickelte sich zu filigraneren Rhythmen und Akzenten.   

Schlagzeuger wie z.B. Gene Krupa, Buddy Rich, Max Roach, Jack De Johnette, Billy Cobham sowie Dennis Chambers u.v.a. prägten mit ihren virtuosen Techniken, Rolls und Fills sowie Notenkenntnisse bis heute das Schlagzeugspiel. Dadurch entwickelte sich das Drumset immer weiter zu dem was es heute ist.